#1

Ein Sachse in Versailles

in International 02.11.2011 20:21
von LB141 (gelöscht)
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Im April dieses Jahres sollte es nach Versailles gehen. Der Mitarbeiter einer Firma, für die wir Umzüge machen, wurde nach Paris versetzt. "Zustellung geht nur am Wochenende!" - Kein Problem. Ich hatte da schon eine Idee. So habe ich schnell meine Herzallerliebste Manuela angerufen "Lust auf ein Wochenende in Versailles? - Ja klar. - Na, dann los!"

Die Sachen waren schnell gepackt. Treffpunkt: Donnerstagnachmittag in München. Das Fahrzeug war schon von den Kollegen beladen worden. Unsere Sachen haben wir dann erstmal im Auto verstaut, dann gingen wir noch in mein Lieblingslokal in München, Essen fassen. Gut gestärkt konnte die Tour des Abends losgehen. Luna (siehe Signatur) war auch wieder mit von der Partie. Ihr letzter Besuch in Paris war 2009. Damals markierte sie ihr Terrain in Sichtweite zum Louvre. Pinkeln mit Aussicht, das sollte auch diesmal auf dem Programm stehen, aber dazu kommen wir später.

Am Donnerstagabend fuhren wir dann los. Es war angenehm wenig Verkehr und so waren wir schnell auf der A8 in Richtung Stuttgart. In Pforzheim-Nord füllte ich den Tank an meiner Stammtanke. Kurz aufs (kostenlose und saubere) Klo und ein Plausch mit nem Daimler-Fahrer der natürlich nicht sehr gesprächig über seinen Erlkönig war Es war offenbar der neue Atego...

Dann ging es weiter über Karlsruhe, noch ein Stück A5 Richtung Süden. In Iffezheim über die Grenze nach France, Autobahn bis Straßburg und ab dort auf die Nationalstraße. Die N4 ist größtenteils sehr gut ausgebaut und so kamen wir noch gut voran. Am nächsten vermeindlich ruhigen Parkplatz irgendwo bei Saverne war dann erstmal Pause angesagt. Morgens wachte ich dann von zwei vorbeibrausenden PKW auf. Guckte aus dem Fenster und schaute mir das Spektakel an. Der Parkplatz war im Inneren einer Kurve, am Berg. Wenn also LKW den Berg hochkrochen, nahmen die PKW die "Abkürzung" über unseren Parkplatz. Naja, an Schlaf war nicht mehr so recht zu denken, wir setzten unsere Fahrt fort.

Weiter ging es gelassen und mautfrei über die N4. Vorbei an Nacy und St. Dizier. Das Wetter war gut und so konnten wir die an uns vorbeiziehenden Landschaften betrachten.

Kurz vor den Toren von Paris befuhren wir wieder die Autobahn. Es war Nachmittag und entsprechend dicht war der Verkehr. Es staute sich immer wieder, aber wir hatten ja keinen Zeitdruck. Die verrückten Zweiradfahrer kannte ich schon von meiner Letzten Tour in die Pariser Innenstadt, doch auf der Autobahn schoss der Fahrer einer Honda GoldWing den Vogel ab. Der hatte die Musik von "Knight Rider" ziemlich laut am laufen uns bretterte mit hoher Geschwindigkeit zwischen den im Stau stehenden Autos vorbei. Dabei legte er die schwere Maschine immer mal wieder nach links und rechts um keine Spiegel zu berühren. Er war wohl sehr geübt darin. Knapp gings dennoch immer zu.

Der Verkehr staute sich bis kurz vor Versailles. Viele Kollegen wissen sicherlich wie es um diese Zeit rund um Paris aussieht. In Versailles ging es teilweise recht eng zu. Wie es eben in französischen Innenstädten nun mal so ist. Man kann aber auch hier sagen, dass in Versailles ab einer gewissen Grenze von der Innenstadt einige unansehnliche Viertel gelegen sind. Die Entladeadresse haben wir schnell ausgekundschaftet und festgestellt, dass es schwierig werden könnte dort zu parken.

Gepeinigt von einem großen Hungergefühl fuhren wir dann weiter, und weiter, und weiter. In Rambouillet schließlich fanden wir einen Buffalo Grill mit einem etwas größeren Parkplatz ganz in der Nähe. Das lokal ist, wie wohl andere Buffalo Grills auch, ziemlich amerikanisch eingerichtet. Dennoch war der Garcon der englischen Sprache natürlich nicht mächtig. Hätte mich auch gewundert. Schließlich waren wir in Frankreich. Dem Land in dem die Leute...französisch sprechen. Naja ein bisschen französisch sprechen kann ich ja und orderte erstmal einen Aperitiv, später dann das Essen. Es kam nichts falsches, also hatte die Bedienung mich wohl verstanden...oder richtig gemutmaßt...

Vollgefressen und um einige Euros ärmer ging es retour nach Versailles. Einen Platz für die Nacht suchen. Da war ein netter Campingplatz, also hin. War aber ein Satz mit X. Anmeldungen nur bis 18 Uhr. Also weiter gefahren, nochmal ein Paar Meter aus Versailles raus und nen netten Parkplatz gefunden. Sehr ruhig gelegen....fast zu ruhig. Es war nun schon dunkel, wir legten uns schlafen. Dann ein lichtblitz und ein Knall. Gewitter? Nee... Es knattert...Das sind Schüsse! Militärübungsplatz? Bandenschießerei? Keine Ahnung. Die Schüsse kamen nicht näher, also blieben wir dort.

Am nächsten Morgen trieb uns der Wecker bei Zeiten aus den Federn. Ca. um 8 Uhr wollte ich beim Kunden sein um auszuladen. Kurz nach 8 Uhr waren wir auch vor Ort und glücklicherweise gab es einen passenden Parkplatz. Die Wohnung lag zwar im Erdgeschoss, allerdings waren es ca. 100m Trageweg. Gut, dass ich die Sackkarre dabei hatte. Damit konnte man viele Packstücke bewegen. Das Sofa war zerlegt, konnte ich also auch allein bewegen. Noch schnell montiert und Papiere gemacht. Der nächste Kollege wartete schon um neue Elektrogeräte zu liefern.

Die Lieferung ging schneller als gedacht und so fuhren wir gleich zum nahegelegenen Park+Ride Parkplatz. Dieser war nur wenige hundert Meter vom Kunden entfernt. Von dort aus machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Das Wetter spielte wunderbar mit. Es war nicht zu warm, die Sonne schien dennoch. Die "Avenue de Paris" war nach kurzem Fußmarsch erreicht. Nach links bot sich ein wunderbarer Blick auf das Schloss Versailles. Aber auch entlang der Ave. de Paris lagen wunderschöne Gebäude. U. a. das Polizeihauptquartier, welches wir lt. dem Flic der den Eingang bewachte leider nicht fotografieren durften. Unweit lag das Standesamt wo gerade ein frisch getrautes Paar herauskam. Sie rannten mitten auf die Straße und machten Fotos mit dem Schloss im Hintergrund. Sind garantiert schöne Bilder geworden.
Fast am Schloss sahen wir sich durchs Eingangstor quälende Menschenmassen. Kein Wunder. Es war Samstagvormittag und schönes Wetter. Bestes Ausflugswetter....auch für Franzosen. Am Eingang wurde uns jedoch ein Strich durch die Rechnung gemacht. Der Zutritt zum Schloss und den Parks ist nur ohne Hund gestattet. Das war natürlich schade, sollte unserem schönen Tag aber keinen Abbruch tun. Wir änderten unsere Route und schlenderten richtung Altstadt. Schlendern, bummeln...etwas was Frauen gerne und ausgiebig tun. Für mich ists nichts aber ich war tapfer und biss die Zähne zusammen Versailles, so urteilten wir, ist auch für nen Urlaub mal ne Reise wert. Einzig die Preise sind dort etwas happig. Aber das kennt man auch aus München...

Luna indes ließ ihrem Frust über das Hundeverbot im Schloss (im wahrsten Sinne des Wortes) freien lauf. Mitten auf dem Platz vor dem großen Eingangstor, beäugt von zwei Flics hockte sie sich hin und pullerte eine schöne Pfütze. Pinkeln mit Aussicht, da versteht sie was davon. Gut, dass die Flics das nicht als ein Zeichen von persönlicher Wertschätzung ansahen.

Des Nachmittags traten wir langsam aber sicher die Rückreise an. Irgendwo zwischen Sezanne und St. Dizier stellten wir das Auto dann auf einem Total-Autohof ab. Tisch und Stühle raus, denn wir erhaschten noch ein Paar letzte Sonnenstrahlen. Vin Rouge durfte natürlich auch nicht fehlen Dann schmiss ich fürs Abendbrot den Kocher an. War natürlich viel zu reichlich und so gabs auch für die Luna ein Paar Nudeln. Zum Nachtisch gab es Gebäck einer kleinen Patisserie aus Versailles. Liebevoll verpackt in einer rosa Schachtel mit Schleifchen!

Geschlafen hatten wir ausgiebig wie kleine Könige. Tisch und Stühle wieder raus. Erstmal Kaffee aufgebrüht. Denn wie einige vielleicht wissen. Ohne Kaffee ist die Manuela nur ein halber Mensch Außerdem musste noch das aus Versailles mitgebrachte Baguette vertilgt werden. Gemütlich gefrühstückt und wieder frisch gemacht ging es dann wieder Richtung Heimat.

Unterwegs stand noch ein Treffen mit unseren Freunden Marion und Manu auf dem Programm. Treffpunkt sollte der Grenzübergang in Iffezheim sein, aber irgendwie verfehlten wir uns, trafen uns dann aber in der nächstgelegenen Ortschaft. Im Schlepptau fuhren wir hinter Marion´s Geschoss zu einer kleinen aber feinen Wirtschaft. Dort konnte man wirklich vorzüglich speisen. Im Anschluss fuhren wir zu Manu um einen Kaffee zu trinken und noch ein bisschen zu quatschen.

Spät am Abend fuhren wir dann endlich heimwärts, kamen am Montagmorgen in München an.


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#2

RE: Ein Sachse in Versailles

in International 03.11.2011 11:02
von LB141 (gelöscht)
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#3

RE: Ein Sachse in Versailles

in International 03.11.2011 11:26
von Purzel • Admin | 39.073 Beiträge | 23169 Punkte

Benni, DAS war ein sehr schöner Abend....den wir unbedingt wiederholen müssen. Die Begrüßung mitten auf dem Radweg...was haben die Anderen dumm geklotzt


Eín Miteinander - kein Gegeneinander

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#4

RE: Ein Sachse in Versailles

in International 03.11.2011 11:33
von LB141 (gelöscht)
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hihihi, ja das war ein schönes Treffen. Aber in letzter Zeit haben wir keine Frankreichtouren mehr gehabt... Mal sehen wann sich wieder was ergibt


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#5

RE: Ein Sachse in Versailles

in International 03.11.2011 11:50
von Purzel • Admin | 39.073 Beiträge | 23169 Punkte

Benni, die Hoffnung stirbt zuletzt gggg


Eín Miteinander - kein Gegeneinander

zuletzt bearbeitet 03.11.2011 13:06 | nach oben springen

#6

RE: Ein Sachse in Versailles

in International 03.11.2011 12:17
von LB141 (gelöscht)
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genau


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